Opus 1850 (2010 / 1966)

Die von Philipp Klais erbaute Orgel der Christuskirche Karlsruhe hat seit ihrer Einweihung im Jahr 2010 international größte Aufmerksamkeit erfahren. Es ist die neuartige Konzeption, die die Bedeutung der Orgel ausmacht: Der klangliche Kern des Instrumentes ist die alte Klais-Orgel von 1966, erbaut von Hans-Gerd Klais, deren Register nahezu vollständig (insgesamt ca. 4000 Pfeifen) in die neue Orgel übernommen wurden, ohne sie im Mindesten klanglich zu verändern oder aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang zu reißen. Dieser alte Kern besticht nach wie vor durch die besondere Kühle und Durchsichtigkeit des Klanges. Hinzugefügt wurde eine großzügige Palette kraftvoller, grundtöniger, ja poetischer Klangfarben. Diese nehmen in Bauweise, Klanglichkeit und Nomenklatur Bezug auf die ersten Generationen der Orgelbaufirma Klais, insbesondere auf die Orgeln von Hans Klais aus den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts, aber auch auf den Firmengründer Johannes Klais. Abgesehen von den übernommenen Pfeifen handelt es sich um einen vollständigen Neubau der Orgel. Allerdings wurden Windladenverhältnisse, Winddruck etc. für die alten Register beibehalten, während für die neuen Register eine kompromisslose Intonation im Dienste des musikalischen Ausdrucks im Vordergrund stand.